Schlaganfall: Hilfe und Informationen

Schlaganfall: Hilfe und Informationen

Senioren und Pflegebedürftige sind oftmals stärker betroffen. Wir helfen mit Tipps und Hilfestellungen weiter.

Definition: Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall – medizinisch auch Apoplex oder Hirninfarkt genannt – ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn. Dabei werden bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folge: Nervenzellen sterben innerhalb kürzester Zeit ab, was zu dauerhaften körperlichen und geistigen Einschränkungen führen kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen:

  • Ischämischer Schlaganfall: verursacht durch ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß im Gehirn verstopft 
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: ausgelöst durch eine Hirnblutung, bei der ein Gefäß platzt 


Für pflegende Angehörige ist es wichtig zu verstehen: Ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Chancen auf eine möglichst vollständige Genesung. Dennoch bleiben häufig Einschränkungen zurück – und genau hier beginnt die Herausforderung.

Pflege bei Schlaganfall

Wie der Name bereits verrät, tritt ein Schlaganfall meistens unerwartet auf und bringt das Leben der Betroffenen sowie das ihrer Angehörigen aus dem Gleichgewicht. Ein Schlaganfall, der durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn oder eine Gehirnblutung verursacht wird, äußert sich plötzlich als Verlust neurologischer Funktionen von einem Herd aus. Ungefähr 80 Prozent der Schlaganfälle sind darauf zurückzuführen, dass ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Das Gehirngewebe wird infolgedessen nur noch wenig oder gar nicht mehr durchblutet, wodurch weniger oder gar kein Sauerstoff mehr ins Gehirn gelangt, was zum akuten Absterben der betroffenen Zellen führt. Je nachdem, welches Areal des Gehirns betroffen ist, variieren die Symptome stark. Oft ist es notwendig, dass eine intensive medizinische und psychologische Betreuung erfolgt, damit eine Genesung sichergestellt werden kann. In den meisten Fällen erfolgt die pflegerische Betreuung der Schlaganfallbetroffenen in deren eigenen vier Wänden und der Pflege zu Hause – bei starken Verläufen der Erkrankung. Dank professioneller ambulanter Pflegedienste, die bei der Körperhygiene, alltäglichen Aufgaben und der Ernährung unterstützen, kann auch bei schweren Verläufen eines Schlaganfalls das Leben bestmöglich sichergestellt werden.

Neben der Pflege der betroffenen Person an sich, kommt die Notwendigkeit einer passgenauen Medikamenteneinnahme sowie einer barrierefreien Wohnungseinrichtung, die möglichst auf die in Folge des Schlaganfalls auftretenden Einschränkungen, abgestimmt ist. Betroffene Personen mit einem starken Schlaganfall und größerer Schädigung des Gehirns benötigen täglich viel Hilfe im Alltag. Oft sind es die Familienmitglieder und Angehörigen, die diese Pflege übernehmen. Die Pflege kostet nicht nur Zeit, sondern auch körperliche sowie geistige Kraft. Daher ist es umso wichtiger, dass Betroffenen und ihre Angehörigen schnell Unterstützung sowie Entlastung zur Seite steht und Pflegeleistungen beantragt werden. Wenn die Pflege zu Hause alleine nicht möglich ist, sind Pflegedienste oder 24-Stunden-Pflegehilfe eine passende Dienstleistung. Denn egal, ob bei der Medikamenteneinnahme oder Hilfe beim Aufstehen, Waschen und Anziehen, bei einer 24-Stunden-Pflegehilfe ist immer jemand in der Nähe, der helfen oder auch hin und wieder aufmuntern kann. Zusätzlich kann ein kostenloser Hausnotruf (ab Pflegegrad 1) per Knopfdruck Hilfe rufen und zusätzlich zur Sicherung des Pflegebedürftigen nach einem Schlaganfall beitragen.


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Ursachen, Risikofaktoren und Folgen eines Schlaganfalls 

Ein Schlaganfall kommt selten „aus dem Nichts“. In vielen Fällen liegen bestimmte Risikofaktoren vor, die das Ereignis begünstigen. Dazu gehören vor allem Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern), Rauchen oder Übergewicht. Als pflegender Angehöriger sollten Sie diese Hintergründe kennen, da sie auch für die weitere Pflege bei Schlaganfall eine wichtige Rolle spielen. Denn die Pflege beschränkt sich nicht nur auf die Unterstützung im Alltag – sie umfasst auch die Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls. Die Folgen eines Schlaganfalls können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie hängen davon ab, welche Hirnregion betroffen ist und wie schnell behandelt wurde. Häufig treten auf: 

  •  Lähmungen (meist einseitig) 
  •  Sprachstörungen (Aphasie) 
  •  Schluckstörungen (Dysphagie) 
  •  Gedächtnisprobleme 
  •  Persönlichkeitsveränderungen 
  •  Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen 

 

Schlaganfall erkennen und handeln

Einen Schlaganfall können Sie in 80 Prozent der Fälle an unerwarteten motorischen Veränderungen, halbseitigen Lähmungserscheinungen, Kribbeln oder Taubheit (meist in Händen, Beinen, Armen oder im Gesicht), Schwindelgefühlen, Problemen mit dem Gleichgewicht und einem unsicheren Gang der betroffenen Person erkennen. Auch eine plötzliche Veränderung der sprachlichen Fähigkeiten wie etwa eine verwaschene Aussprache können Hinweise sein. Statistische Daten verdeutlichen, dass ein Schlaganfall in jedem Alter auftreten kann, das Risiko für diese potenziell tödliche Durchblutungsstörung im Gehirn jedoch mit dem Lebensalter zunimmt.


Wenn ein Schlaganfall eintritt, ist jede Minute entscheidend. Dabei kann es sich immer um einen lebensbedrohlichen Notfall handeln. Es ist also von besonderer Bedeutung, einen Schlaganfall zu erkennen und entsprechend schnell zu handeln und den Notruf zu kontaktieren (Telefonnummer 112). Die Anzeichen eines Schlaganfalls erscheinen in der Regel abrupt und in einigen Fällen verschwinden sie nach wenigen Minuten vollständig. Auch diese kurzzeitige Attacke stellt einen Notfall dar, weil das Risiko eines weiteren Schlaganfalls mit dauerhaften Folgen relativ groß ist.

So prüfen Sie die Anzeichen eines Schlaganfalls (FAST)

Face: Bitten Sie den Betroffenen kurz zu lächeln oder auch zu grinsen. Hängt ein Mundwinkel herab und lässt sich nicht steuern, deutet das auf eine Halbseitenlähmung und einen Schlaganfall hin.

Arms: Die betroffene Person soll bitte einmal die Arme nach vorne vor den Körper zu strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich unkontrolliert. Ein Indiz für einen Schlaganfall!

Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz, den Sie vorgeben wie etwa "heute ist das Wetter aber wunderschön und wunderbar" nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung und ein Schlaganfall vor.

Time: Nun ist schnelles Handeln erforderlich. Zögern Sie nicht und wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome. Jede Minute zählt und kann das Leben retten sowie nachhaltige Schäden verhindern!

Pflegekurse

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Pflege bei Schlaganfall im Alltag: Herausforderungen und Lösungen 

Die Pflege bei Schlaganfall stellt Angehörige oft vor große körperliche und emotionale Herausforderungen. Der Alltag verändert sich grundlegend – sowohl für die betroffene Person als auch für Sie als pflegende Bezugsperson. Ein zentraler Bestandteil der Pflege bei Schlaganfall ist die Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten. Dazu gehören Körperpflege, Ankleiden, Essen und Mobilität. Je nach Schweregrad der Einschränkungen kann der Pflegeaufwand stark variieren. 

Besonders wichtig ist es, die Selbstständigkeit der betroffenen Person so weit wie möglich zu erhalten. Auch wenn es länger dauert: Lassen Sie den Pflegebedürftigen möglichst viele Tätigkeiten selbst ausführen. Das fördert nicht nur die körperliche Rehabilitation, sondern auch das Selbstwertgefühl. Einige zentrale Herausforderungen in der Pflege bei Schlaganfall sind: 

  • Mobilität: Viele Betroffene sind unsicher beim Gehen oder auf Hilfsmittel angewiesen 
  • Kommunikation: Sprachstörungen erschweren Gespräche und führen zu Frustration 
  • Ernährung: Schluckstörungen können das Essen gefährlich machen 
  • Emotionale Veränderungen: Depressionen und Stimmungsschwankungen sind häufig 

 

Wichtige Maßnahmen für eine erfolgreiche Pflege bei Schlaganfall 

Damit die Pflege bei Schlaganfall langfristig gelingt, sollten Sie auf mehrere zentrale Bereiche achten. Diese beeinflussen nicht nur die Lebensqualität des Betroffenen, sondern auch Ihre eigene Belastungssituation. 

Förderung der Mobilität und Bewegung 

Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren in der Pflege bei Schlaganfall. Regelmäßige Übungen helfen, Muskeln zu stärken und die Koordination zu verbessern. Arbeiten Sie eng mit Physiotherapeuten zusammen und integrieren Sie Übungen in den Alltag. 

Unterstützung bei der Kommunikation 

Sprachstörungen können für beide Seiten belastend sein. Sprechen Sie langsam und deutlich, verwenden Sie einfache Sätze und geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit. Logopädie ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege bei Schlaganfall und sollte konsequent genutzt werden. 

Ernährung und Schlucktraining 

Bei Schluckstörungen besteht die Gefahr des Verschluckens. Achten Sie auf geeignete Konsistenzen (z. B. pürierte Nahrung) und lassen Sie sich von Fachpersonal beraten. Auch dies ist ein zentraler Bestandteil der Pflege bei Schlaganfall. 

Psychische Unterstützung 

Viele Betroffene leiden nach einem Schlaganfall unter Depressionen oder Angstzuständen. Zeigen Sie Verständnis und nehmen Sie Veränderungen ernst. Bei Bedarf kann psychologische Unterstützung sinnvoll sein. 

Eigene Entlastung nicht vergessen 

Die Pflege bei Schlaganfall ist anspruchsvoll – deshalb ist es wichtig, dass Sie auch auf sich selbst achten. 
Nutzen Sie Entlastungsangebote wie: 

 

Fazit: Pflege bei Schlaganfall erfordert Wissen und Geduld

Die Pflege bei Schlaganfall ist eine komplexe Aufgabe, die sowohl körperliche als auch emotionale Herausforderungen mit sich bringt. Als pflegender Angehöriger übernehmen Sie eine zentrale Rolle im Genesungsprozess – und leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Lebensqualität des Betroffenen. Wichtig ist, dass Sie sich gut informieren, Unterstützung annehmen und realistische Erwartungen entwickeln. Fortschritte brauchen Zeit, und Rückschläge gehören oft dazu. Mit der richtigen Vorbereitung, einem starken Netzwerk und ausreichend Geduld kann die Pflege bei Schlaganfall jedoch erfolgreich gestaltet werden. Denken Sie daran: Sie sind nicht allein. Es gibt zahlreiche Angebote und Hilfen, die Sie in der Pflege bei Schlaganfall unterstützen können – nutzen Sie diese aktiv.

Die ersten Schritte nach dem Schlaganfall

Organisation und Vorbereitung 

Nach dem Krankenhausaufenthalt stehen viele Angehörige vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter? Die Entlassung aus der Klinik bedeutet nicht, dass die Genesung abgeschlossen ist – im Gegenteil. Jetzt beginnt eine entscheidende Phase, in der Sie als Angehöriger eine zentrale Rolle spielen. Zunächst sollten Sie gemeinsam mit Ärzten, Therapeuten und dem Sozialdienst einen klaren Pflegeplan erstellen. Dabei geht es um die Organisation der Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung und gegebenenfalls um die Beantragung eines Pflegegrades. Wichtige Aspekte, die Sie frühzeitig klären sollten: 

  • Rehabilitation: stationär oder ambulant? 
  • Pflegegrad beantragen: Grundlage für finanzielle Unterstützung 
  • Hilfsmittel organisieren: wie Pflegebett, Rollstuhl, Duschstuhl 
  • Wohnumfeld anpassen: Barrierefreiheit schaffen 
  • Therapien koordinieren: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie 


Gerade in dieser Phase ist eine strukturierte Herangehensweise entscheidend für eine erfolgreiche Pflege bei Schlaganfall. Je besser Sie vorbereitet sind, desto leichter fällt der Übergang in den Alltag. 

Häufig gestellte Fragen

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